Analyse und Beratung bei Schadstoffen, Schimmelpilzen und Feuchte

Was sind Schimmelpilze?



Durch Tauwasserbildung verursachter Schimmelbefall in einem Badezimmer nach Entfernung der Tapeten

Schimmelpilze sind mehrzellige „Mikroorganismen“, die aus einem meist farblosen Zellfadengeflecht bestehen (Mycel). Die Vermehrung erfolgt über häufig gefärbte Sporen. Es gibt ca. 100.000 bekannte Arten.Schimmelpilze benötigen zum Wachstum erhöhte Feuchte (> 80 – 85 % Rel. Feuchte) sowie unbedingt organischen Kohlenstoff (Papier / Pappen, Farben, Öle (KMF,...) Seifen, Kunststoffe,...).Sie zerstören Baustoffe i.A. nicht. Schimmelpilze sind mittlerweile in sehr vielen Gebäuden ein Gesundheitsproblem.

Was nach Schimmelpilze gefährlich?

Schimmelpilze besitzen auf der Oberfläche von Mycel und Sporen Strukturen, die starke Allergien auslösen können (unabhängig von der Keimfähigkeit der Sporen). Auf diesen Oberflächen finden sich oft auch sogenannte Mycotoxine (Giftstoffe) mit verschiedenen Wirkungen. Viele dieser Mykotoxine sind krebserregend. Schimmelpilze geben diverse chemische Stoffe an die Umgebung ab, die zum einen oft ein sogenanntes Lösemittelsyndrom verursachen, zum anderen spezifische Wirkungen haben (Immunsuppressiva, Cytostatika, Entzündungspromotoren,....). Schimmelpilze können auf und im menschlichen Körper anwachsen und verursachen dort lebensgefährliche Erkrankungen (Mycosen).

Wie erkennt man Schimmelpilze?

  • Anhand der Durchfeuchtungszeit von organischem Material (Rigips, Styropor,....) (> 3-4 Wochen)
  • An der Geruchsbildung
  • An Mycel auf der Bauteiloberfläche (weisse wattige oder grau überlaufene Beläge) oder schon an bunten Sporenrasen
  • An gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Bewohnern (Infekthäufungen, Atemwegsbeschwerden, Neben-/Stirnhölenschellung, Hautreaktionen (z.B. Neurodermitis, Psoriasis) oder anderen allergischen Symptomen (Augenjucken, Entzündungen von Haut, Atemwegen oder Darmtrakt,....)
  • Durch einen Suchhund (Lokalisation !)

Meist ist nur ein kleiner Teil des Befalls sichtbar! Oft sind nicht sichtbare Bereiche beteiligt (z.B. Estrichdämmschicht etc. ...). Dies muss geprüft werden!

Was ist beim Umgang zu beachten?

Wenn Schimmelpilzbefall sichtbar in grösserer Fläche (> 0,5 m²) auftritt, gelten besondere Vorschriften (Bundesinfektionsschutzgesetz, Biostoffverordnung,...) zum weiteren Vorgehen und zum Arbeitsschutz! Es muss eine sachkundige Untersuchung von Befall und Ursache erfolgen. Die Entfernung von befallenen Materialien ist nach sachverständiger Sanierungsplanung unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen vorzunehmen (Staubverhinderung, Arbeitsschutz, Schutz der Bewohner). Dies ist in den TRBA (technische Richtlinie Biologischer. Arbeitsstoffe) und TRGS (technische. Richtlinie. Gefahrstoffe) sowie in „Sanierungsleitfäden“ ausgeführt. Wenn als gefährlich eingestufte Schimmelpilze beteiligt sind, kann auch schon eine viel kleinere Fläche gesundheitsgefährlich sein!.

Was ist bei der Sanierung zu beachten?

Erst nach Ursachenfeststellung und Beseitigung ist eine Sanierung des Schimmelpilzbefalls möglich! Auch totes mikrobielles Material kann Geruch verursachen und die Gesundheit schädigen (Allergene, Mycotoxine). Daher ist bei befallenen organischen Materialien je nach Belastung oft eine Entfernung zwingend vorgeschrieben! Der Arbeitsbereich ist partikeldicht abzuschotten und mit einer Schleuse zu versehen. Haut- und Atemschutz sind zu tragen.  Desinfektion des Befalls  (Abtötung, Behandlung mit „Schimmelex“ o.ä.) ist nicht ausreichend / zulässig! Befallene Flächen sind zu entfernen. Dabei ist Sporenverteilung zu verhindern. Es sind ggf. weitere spezielle Behandlungs- oder Versiegelungsmaßnahmen notwendig! Fachgerechte Sanierung muss schriftlich dokumentiert werden.

Was ist bei der Bewertung zu beachten?

Es gelten die gesetzlichen Vorschriften von Bundesinfektionsschutzgesetz, Biostoffverordnung, TRBA’s sowie die Vorgaben des „Schimmelpilzleitfadens“ des Umweltbundesamtes, den Leitfäden der Länderarbeitsgemeinschaft (LGA BaWü) sowie des Leitfadens des VBD.