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Information zu Dichlordiphenl-trichlorethan (DDT)

Dichlordiphenl-trichlorethan (DDT)

1) Verwendung und mögliche Quellen für DDT:

  • Insektenvernichtungsmittel (Insektizid) mit breitem Wirkungsspektrum
  • war Bestandteil von Holzschutzmitteln
  • wurde und wird als Fraßschutz z.B. bei Stoffen und Textilien eingesetzt
  • ist in den alten Bundesländern seit 1972, in den neuen Bundesländern seit Mitte 1991 verboten

2) Aufnahme

durch den Magendarmtrakt, die Lunge, die Haut

3) Speicherung

DDT weist nur sehr geringe biologische Abbaubarkeit auf. Es wird im Körperfett, in der Muttermilch und in der Blut-Proteinfraktion angereichert. Im Körper erfolgt ein langsamer Abbau zu DDE (1,1-Dichloro-2,2-bis (4-chlorophenyl)-ethen), das sich hauptsächlich im Blut findet, zu DDD (1,1-Dichloro-2,2-bis (4-chlorophenyl)-ethan) und DDA (2,2-bis (4-chlorophenyl)-essigsäure), das als Abbauprodukt im Harn nachgewiesen werden kann. Im Stuhl werden DDT und DDE ausgeschieden.

4) Mögliche Symtome:

Bei akuter Belastung können Erregung, Zittern, Krämpfe und Bewegungsstörungen auftreten. Blutdruckabfall, Benommenheit und Kopfschmerzen sind ebenfalls bei Belastung mit hohen Dosen zu beobachten. Bei Lanzeitbelastung mit geringeren Konzentrationen können die Krankheitsbilder des sogenannten CKW (Chlorierte-Kohlenwasserstoff-)-Syndroms auftreten, die meist auf eine Beeinträchtigung des Nervensystems und des Immunsystems beruhen:

  • Kopfschmerzen, Unwohlsein, Konzentrationsstörungen, vermehrte Müdigkeit, Schlafstörungen, Schwindel
  • Psychiatrisch: schnelle Ermüdbarkeit. Mattigkeit, Reizbarkeit, Affektlabilität, Aggressivität, Konzentrationsstörungen, Störungen im Kurzzeitgedächtnis, innere Unruhe, Schlafstörungen, Potenz- und Libidostörungen
  • Internistisch: Harnwegs- und Nasen-Rachenrauminfekte, Rachenschleimhaut- und Mandelrötungen, Bronchitis, Bronchialasthma, Pseudokrupp, Pilzinfektionen des Darmbereiches, Milz- und Lymphknotenschäden, Nieren- und Lebererkrankungen
  • Hormonell: Zyklusstörungen, Fruchtbarkeitsstörungen, Sterilität, Schwangerschaftsabbrüche, verstärkte Körperbehaarung bei Frauen, Haarausfall, Schilddrüsenstörungen
  • Neurologisch: Sensibilitätsstörungen und Überempfindlichkeiten, Nervenschwächen, Sensibilitätsstörungen der Extremitäten, Hirnstörungen, Sehstörungen
  • Dermatologisch: Clorakne, Neigung zu Pilzinfektionen der Haut, Haarausfall

Möglicherweise löst DDT beim Menschen Krebs aus !

5) Normalwerte

Medium Richtwert  gemessen: 
Blut < 2,5 µg/l  DDT+DDE 
Fettgewebe < 92 µg/kg DDT 
Fettgewebe < 900 µg/kg DDE 
Holz < 1 mg DDT 
Hausstaub < 1mg/kg DDT 
Feststoffe < 1mg/kg DDT 
Luft MAK = 1 mg/kg DDT 
Muttermilch < 1,51 mg/kg DDE+DDT 
Trinkwasser < 0,1 µg/l TVO DDT 

6) Grenzwerte

Im Arbeitsplatzbereich gelten folgende Grenzwerte:

MAK (Max. Arbeitsplatzkonzentration): 1 mg/m³ Luft

TVO (Grenzwert nach Trinkwasserverordnung): 0,1 µg/l

ADI (Acceptable dayly intake): 5 µg/kg/d

nach IARC (International Ageny for Research in Cancer) ist DDT als Gruppe 2B: eventuell kanzerogen am Menschen eingestuft

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